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Zweites Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie (Zweites Bürokratieentlastungsgesetz)

Bürokratische Belastungen bremsen die wirtschaftliche Betätigung aller Firmen. Damit sich Unternehmen mehr mit ihren Geschäften befassen können, ist die Reduzierung des Erfüllungsaufwands ein dauerhaftes Anliegen. Zum Abbau bürokratischer Belastungen tragen auch die in diesem Gesetz verankerten steuerlichen Erleichterungen bei:

  • Für die Erteilung von Rechnungen über Kleinbeträge gelten bei der Umsatzsteuer Vereinfachungen. Es müssen vereinfacht ausgedrückt im Kern nur der Name und die Anschrift des leistenden Unternehmers, das Ausstellungsdatum, Menge, Art und Umfang der ausgeführten Leistungen sowie das Entgelt und der darauf entfallenden Steuerbetrag in einer Summe (inklusive Steuersatz) enthalten sein.

    Die seit 2006 unangetastete Grenze von 150 Euro (Gesamtbetrag) ist – rückwirkend ab dem 01.01.2017 – auf 250 Euro angehoben worden. Damit wird eine echte Entlastung geschaffen, sowohl für den leistenden Unternehmer als auch für den vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer.
  • Eine weitere Entlastung betrifft geringwertige Wirtschaftsgüter – allerdings nicht die Erhöhung der Betragsschwelle, sondern die Aufnahme dieser Wirtschaftsgüter in ein besonderes Verzeichnis ab 2018. Erst ab Anschaffungskosten von 250 Euro müssen künftig die Wirtschaftsgüter entsprechend aufgezeichnet werden.

    Hinweis:
    Die Anhebung der bisher maßgebenden „GWG-Grenze“ von 410 Euro auf 800 Euro erfolgt ab dem 01.01.2018 mit dem „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“.
  • Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr, wenn die abzuführende Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 1.080 Euro, aber nicht mehr als 5.000 Euro betragen hat. Die Grenze von bisher 4.000 Euro wird ab dem 01.01.2017 damit um 1.000 Euro angehoben.
  • Die steuerliche Aufbewahrungsfrist von Lieferscheinen (bisher 6 Jahre) endet bereits mit dem Erhalt (beim Leistungsempfänger) bzw. Versand (durch Leistungsgeber) der Rechnung.

Das „Zweites Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie“ vom 30.06.2017 ist im Bundesgesetzblatt Nr. 44/2017 Teil I S. 2143 veröffentlicht. (http:\www.bgbl.de)

Artikel-Informationen

erstellt am:
20.07.2017
zuletzt aktualisiert am:
02.05.2018

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