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Finanzminister Hilbers sieht in Hausbanken einen starken Partner für die Abwehr der wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus

Hannover. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers begrüßt die in den vergangenen Wochen beschlossene vorübergehende Lockerung der regulatorischen Anforderungen für Banken. „Mit ihrer schnellen Bearbeitung der Förderanträge leisten die Banken einen wichtigen Beitrag bei der Weiterleitung der staatlichen Hilfe, wofür ich Ihnen meinen Dank ausspreche. Es ist gut und richtig, dass wir die Kreditinstitute dabei unterstützen und nicht mit regulatorischen Hemmnissen ausbremsen“, erklärte Hilbers.

Hohe regulatorische Anforderungen an die Wertberichtigungen und interne Ratings könnten in der jetzigen Situation dazu führen, dass die Kreditvergabekapazität der Banken stark eingeschränkt wird, da sie ihre Risikovorsorge erhöhen müssten. Damit die Liquiditätshilfeprogramme von Bund und Land schnell zum Einsatz kommen können, ist es notwendig, diese Vorgaben so weit wie möglich und nötig zu reduzieren.

„Banken und Sparkassen stehen den wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 weiter stabil gegenüber und nehmen eine wichtige Rolle als Mittler zur Wirtschaft ein. Nicht die kleinkarierte Prüfung von Bankmitarbeitern hindert die Kreditvergabe derzeit häufig, sondern die in den letzten Jahrzehnten immer engmaschiger gewordene Regulierung“, erklärte Hilbers.

Anders als in der Finanzkrise 2008, die eine originäre Banken- und Vertrauenskrise war, zielen die jetzt getroffenen Maßnahmen der Aufsichtsbehörden vor allem darauf ab, die Realwirtschaft zu stützen. So können die von den Förderbanken bereitgestellten Kreditmaßnahmen schnell an die Unternehmen weitergeleitet werden. Zugleich sind die Hausbanken verlässliche Ansprechpartner bei allen Maßnahmen, um die Liquiditätslage zu verbessern. Dabei bewährt sich in Deutschland erneut das 3-Säulen-Modell der Bankenlandschaft aus öffentlichen Banken, Genossenschaftsbanken und Privatbanken, das mit einem dichten Netz an Kreditinstituten eine enge Kundenbindung garantiert.

„Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Banken haben in den vergangenen Wochen sehr engagiert gearbeitet, um ihren Kunden einen schnellen Zugang zu den Hilfsprogrammen des Staates zu ermöglichen“, hob Hilbers hervor.

Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise wird Einfluss auf die Unternehmen ebenso wie auf die Banken haben. Hilbers möchte weitere regulatorische Anpassungen daher nicht per se ausschließen. Der Minister hält es weiterhin für wichtig, zusätzliche Erleichterungen bei der Bankenregulierung und der Rechnungslegung zwischen Interessensvertretern der Kreditwirtschaft und Politik sowie Bankenaufsichtsbehörden aktiv zu diskutieren und deren Umsetzung einvernehmlich zu klären.


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Artikel-Informationen

13.05.2020

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