Niedersachen klar Logo

Bundesregierung unterstützt Sanierung des Welfenschlosses in Herzberg

Bundesregierung unterstützt Sanierung des Welfenschlosses in Herzberg mit 7 Millionen Euro. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) hat die Unterstützung der Sanierung des Welfenschlosses in Herzberg in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 7 Millionen Euro im Rahmen des Programmes für investive Kulturmaßnahmen für nationale Einrichtungen im Inland zugesagt.

Die geförderten Maßnahmen haben zum Ziel, für rund 17,7 Millionen Euro Teile des Schlosses und der Außenanlage zu sanieren und wieder in Nutzung zu bringen. Dabei werden auch die heute geltenden Vorgaben der Barrierefreiheit und des Brandschutzes berücksichtigt. In dem Gesamtkomplex befindet sich das Amtsgericht Herzberg, Gastronomie sowie ein Museum der Stadt Herzberg.

Das Land Niedersachsen finanziert die Sanierung mit insgesamt rund 18,2 Millionen Euro: Mit etwas mehr als 10,6 Millionen Euro bringt sich das Land in die vom BKM geförderten Maßnahmen ein. Hinzu kommen rund 7,5 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt für bereits durchgeführte oder begonnene Sanierungsarbeiten. Finanzminister Reinhold Hilbers begrüßte die Zusage: „Das in seiner Substanz stark geschädigte Schloss hat über Südniedersachsen hinaus eine nationale Bedeutung und gehört zum kulturellen Erbe von Niedersachsen. Ich freue mich über die Anerkennung und Förderung des Bundes.“

Die vierflügelige Schlossanlage ist im Kern der frühen Renaissance, in einigen Teilen des Stammflügels noch dem Mittelalter zuzuordnen. Diese heute noch sichtbare Dualität, der geschichtliche Hintergrund, die Fachwerkcharakteristik, die besondere Lage des Baus und der kontinuierliche landesherrliche Besitz machen die nationale Bedeutung des Kulturdenkmals aus. 2017 wurde unter Leitung des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen (SBN) mit den Arbeiten begonnen.

Die Sanierungsarbeiten konzentrierten sich bislang auf die Gebäudeteile Marstall, den Uhrenturm sowie das Torhaus. Die von der BKM mit geförderten Baumaßnahmen zielen insbesondere darauf ab, die Baugrundsituation auf dem Schlossberg zu stabilisieren, Sieber- und Stammhausflügel zu sanieren und die Außenanlagen aufzuwerten. Der Sieberflügel ist das Herzstück des Amtsgerichtes. Die tragende Holzkonstruktion ist stark geschädigt. Dies betrifft Decken, Wände und Dach. Insbesondere Stiele, Rähm und Schwellen der Fachwerkkonstruktion weisen erhebliche Schäden auf. In den Fachwerkwänden ist der Gefachputz partiell zu 80% losgelöst. Die Holzfenster sind ebenfalls stark geschädigt. Der Anstrich ist abgängig bzw. zum Teil nicht mehr vorhanden. Wetterschenkel verfaulen, Rahmen und Flügelhölzer zeigen Holzschäden. In den Fachwerk-, Decken- und Dachkonstruktionen sind Nassund Braunfäule, bis hin zum Echten Hausschwamm, sowie aktiver Insektenbefall festgestellt worden. Viele Teile des historischen Holztragwerkes sind bei früheren Sanierungen einfach entfernt worden. Im Stammhausflügel wurden die letzten umfangreichen Sanierungsarbeiten bis zum Jahr 2006 durchgeführt, so dass die Fachwerkkonstruktion und das Dachtragwerk hier in einem vergleichsweise guten Zustand sind. Nicht saniert wurden allerdings die Natursteinwände. Hier sind, wie in den anderen Gebäudeflügeln auch, Setzungsrisse im Mauerwerk des Sockelgeschosses ebenso wie gebrochene Werksteinstürze und Werksteingewände zu finden. Alle massiven Außenmauern sind von außen und teilweise auch von innen zu sanieren. Die Torbögen der Durchfahrt sind im Sockelbereich stark durch aufsteigende Feuchtigkeit und mechanische Einwirkungen geschädigt. Die Sandsteine verlieren durch Salz, Frost- und Tauwechsel ihre Festigkeit. Durch Bewegungen im Baugrund ist das Tonnengewölbe stark gerissen.

Nach Abschluss aller Sanierungsarbeiten am Schloss muss der Schlosshof mit Wegeführung durch die Tore und über die „Brücke" saniert werden. Hierzu gehören auch die Grundleitungen. Der Parkplatz des Amtsgerichts wird durch die Baustelleneinrichtung nachhaltig beschädigt. Er ist, ebenso wie der Bereich vor dem Torhaus, zum Abschluss der Maßnahme angemessen (wieder-)herzustellen.

Artikel-Informationen

erstellt am:
04.08.2021

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln