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Sanierungsarbeiten im Schloss Herzberg werden trotz Corona-Krise uneingeschränkt durchgeführt

Herzberg. Die umfassenden Arbeiten zur Sanierung des Welfenschloss Herzberg werden trotz Corona-Krise weiterhin wie geplant fortgeführt. Finanzminister Reinhold Hilbers informierte sich am (heutigen) Freitag über den Fortschritt der Arbeiten an der aus dem 16. Jahrhundert stammenden vierflügeligen Schlossanlage, die 2017 unter Leitung des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen (SBN) begonnen wurden.

„Wie hier in Herzberg laufen unsere Bauprojekte weiter. So zügig wie möglich werden wir unsere Aufträge vergeben. Die Auswirkungen der krisenbedingten privaten und unternehmerischen Auftragsrückgänge im Handwerk und der Bauwirtschaft können wir so abfedern. Wir sind uns unserer konjunkturpolitischen Verantwortung bewusst. Wir bleiben ein verlässlicher Partner für unsere Auftragnehmer. Niedersachsen plant in den nächsten Jahren ein immenses Bauvolumen umzusetzen“, erklärte Hilbers bei dem Rundgang. Hilbers dankte allen Beteiligten für Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft, persönliche Einschränkungen zugunsten des Schutzes der Gesundheit zu akzeptieren und lobte die gute Kooperation der Beteiligten vor Ort.

8 Millionen Euro des auf rund 20 Millionen Euro prognostizierten Gesamtbedarfes wurden aus Landesmitteln für die Sanierung bereits aufgebracht. Der Bund stellt aus dem Haushalt der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) zusätzlich 7 Millionen Euro bereit, deren konkrete Verwendung im Rahmen der Sanierung aktuell abgestimmt wird.
Inwieweit sich der Zeit- und Kostenrahmen über die Vielzahl der bis 2025 terminierten Bauabschnitte realisieren lässt, unterliegt weiterhin erheblichen Unsicherheiten. So wird es stark davon abhängen, inwieweit sich die Erkenntnisse aus den Voruntersuchungen im Sanierungsverlauf bestätigen.

Die Sanierungsarbeiten konzentrierten sich bislang auf die Gebäudeteile Marstall, den Uhrenturm sowie das Torhaus.

Das Marstallgebäude wurde komplett entkernt. Alle Bauteile von der Gründung über die Außen- und Innenwände, sowie das Dachtragwerk mussten aufgrund des unvermuteten Schadensbildes im Zuge der Sanierung zu großen Teilen denkmalverträglich rekonstruiert werden. Die Außenwände wurden mit einer mineralischen Innendämmung bauphysikalisch aufgewertet, die oberste Geschossdecke und die Sohlplatte haben entsprechend der gültigen Energieeinsparverordnung neue Dämmebenen erhalten. Die Gründung wurde mit Bohrpfählen verstärkt, hierauf eine neue Sohlplatte aufgebracht. Die Rohbauarbeiten sind zum größten Teil abgeschlossen, sodass mit einer Fertigstellung Ende 2020 zu rechnen ist.

Im Uhrenturm wurde bereits das Fachwerk saniert. Außerdem wurden die an den Schnitzereien und Verzierungen massiv vorhandenen Holzschäden restauriert. Bei der Öffnung des Turmhelms Anfang des Jahres offenbarten sich weitaus größere Schäden am Tragwerk als vorher erwartet. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres vorgesehen.

Beim Torhaus wird momentan der Austausch des fast vollständig zerstörten äußeren Fachwerks durchgeführt. Diese Maßnahmen wurden durch langwierige archäologische Untersuchungen aufgehalten, sind aber nun zum großen Teil bereits geschehen. Der Abschluss der Arbeiten ist für das kommende Frühjahr geplant.

Zur Rettung von Personen und zur Wartung der Außenfassade soll ein Weg rund um das Schlossgebäude entstehen. Hier haben 2019 vorbereitenden Gründungsarbeiten begonnen und werden Ende des Jahres abgeschlossen.

In den weiteren Gebäudeteilen (Stammhausflügel, Grauer Flügel und Sieberflügel) laufen unter Federführung des SB Südniedersachsen derzeit weitere Voruntersuchungen und Planungen, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden.

In weiten Teilen des Gesamtkomplexes ist das Amtsgericht Herzberg untergebracht. Andere Teile des Gebäudes werden als Gastronomie sowie von der Stadt Herzberg als Museum genutzt.

Minister Hilbers und der Leiter des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen Marcus Rogge zeigen auf der Baustelle ein Bild des ursprünglichen Zustands des Raumes   Bildrechte: MF, Karsten Pilz
Minister Hilbers und der Leiter des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen Marcus Rogge
Presse Bildrechte: grafolux & eye-server
Artikel-Informationen

12.06.2020

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