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Aufgaben der Schulden-, Derivat- und Wertpapierverwaltung

Die wesentliche Aufgabe der Schuldenverwaltung ist die Wahrnehmung der Funktion eines Back-Office, das für die Umsetzung und Abwicklung der im Kreditreferat kontrahierten Geschäftsabschlüsse verantwortlich ist. Die abzuwickelnden Abschlüsse berühren den Kapitalmarkt (Wertpapiere, Darlehen), den Geldmarkt (Kassenkreditgeschäft, Geldanlagen) sowie den Markt derivativer Geschäfte (Zinsbegrenzungsgeschäfte, Zinstauschgeschäfte und ähnliches).

Im Rahmen ihrer Aufgaben muss die Schuldenverwaltung

  • die Buchführung über die Landesschulden wahrnehmen,
  • Geschäftsabschlüsse bestätigen und überwachen,
  • Vertragsurkunden erstellen und versenden,
  • anfallende Geschäftsvorfälle abwickeln,
  • Optionstermine überwachen und die Optionen umsetzen,
  • die frist- und betragsgerechte Bedienung der Zahlungsverpflichtungen sicher stellen und
  • die Betragsbewegungen im Landeshaushalt vollziehen.

Neben der Eigenschaft als Back-Office des Kreditreferats ist die Schuldenverwaltung noch für eine Reihe weiterer Aufgaben zuständig:

  • Abrechnung, Verwaltung und Bedienung von Bundesdarlehen für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
  • Abrechnung, Verwaltung und Bedienung von Bundesdarlehen für den sozialen Wohnungsbau
  • Aufstellung des Haushalts und der Mittelfristigen Planung für die Schuldenverwaltung (Kapitel 1325) - Haushalt in der Schuldenverwaltung - sowie Bewirtschaftung der entsprechenden Titel
  • Erstellung von Schuldenstatistiken und Bedienung anderer Meldedienste
  • Fertigung des Berichts über die Höhe der Schulden und Verpflichtungen an den Landtag
  • Nachweisung der Verschuldung sowie der Bürgschaften des Landes
  • Nachweisung der Forderungen des Landes aus Darlehen und ähnlichen Rechtsgeschäften einschließlich des Sondervermögens (Vermögensrechnung)
  • Aufstellung des Haushalts und der Mittelfristigen Planung für den Vermögenshaushalt (Kapitel 1320) sowie Bewirtschaftung der entsprechenden Titel (Vermögensrechnung)

Durch das Niedersächsische Schuldengesetz vom 12. Dezember 2003 ist die Schuldenverwaltung dem Finanzministerium als oberste Landesbehörde zugeordnet worden.

Die Verwaltung der Schuld- und Derivatkonten (insbesondere der Zahlungsdienst) erfolgt über moderne Informationstechnik. Seit Beginn des Jahres 2009 ist das Computerprogramm SDW (Schulden-, Derivat- und Wertpapierverwaltungssystem) im Einsatz. Es handelt sich um ein modernes, datenbankbasiertes Verfahren, das von 13 deutschen Ländern gemeinsam entwickelt worden ist.

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